Wie im letzten Kommentar von Basti mitgeteilt, könnten die Leser sich ja auch für “unwichtiges” interessierten.
Deswegen jetzt mal ein paar unwichtige Gedanken:
In der letzten Zeit (also seit Abschluss meiner Prüfung und Austritt aus meiner alten Firma) habe ich viel Zeit gehabt nachzudenken. Wie immer würde man sagen “zuviel Zeit”, aber das stimmt so nicht.
Wenn man neue Wege zu bestreiten hat, werden einem regelmäßig Hürden begegnen. Diese bestehen im Wesentlichen daraus, dass die meisten Menschen bereits vorhandene Wege einschlagen. Wir werden mal konkret:
Der Punkt, den ich hier zu dieser Zeit erreicht habe ist gespickt mit Entscheidungen, die auf der Meinung anderer basieren. Sicherlich hatte ich die Wahl, mein Gymnasium zu Ende zu bringen (und damit jetzt eventuell zu studieren), sicherlich hatte ich die Wahl, was für einen Beruf ich erlernen wollte und ich habe bis vor kurzem auch geglaubt, dass dies allein meine Entscheidungen waren.
Diese Entscheidungen waren aber massiv durch den Einfluss anderer auf mich geprägt. Meine Mutter hat mich sicherlich auf das Gymnasium gelenkt, mein Hobby und das, was andere davon hielten hat mich auf die Welling-Schule und in meine alte Firma gelenkt. Natürlich waren diese Entscheidungen passend. Aber nur weil eine Entscheidung “passend” ist, heißt es nicht, dass es die richtige oder gar die einzige Entscheidung wäre.
Ich stehe wieder vor Entscheidungen. Ich habe mich jetzt zu entscheiden, wo ich arbeiten möchte und wie ich arbeiten möchte.
Jetzt kommen wieder die außenstehenden Personen ins Spiel. Sie sagen (und das begründet): “Mach dich nicht selbstständig. Wie willst du dich finanzieren. Wovon willst du leben. Ich weiß ja, dass du es kannst, aber du kannst das doch auch in 2 (3)(4)(beliebige Jahreszahl < 10) Jahren machen und erstmal etwas Geld verdienen.”
Alle Menschen meinen es gut mit mir. Sie wollen mich bewahren vor Fehlern, die ich machen könnte. Sie wollen mich vor dem Hungertod bewahren und sie wollen mich so gerne mit viel Geld sehen, welches sie mir gönnen.
Problem bei der gesamten Argumentation dieser mir durchaus wichtigen Menschen ist: Sie fragen nicht danach, ob es mir dabei gut gehen würde. Sie fragen nicht danach, ob es mir auf das Geld ankommt. Sie fragen nicht danach, ob ich an einen Beruf glaube oder auch ob ich daran glaube, dass ich als Selbstständiger bestehen könnte. Sie packen harte Fakten auf den Tisch.
Harte Fakten sind: Geld (aktueller Kontostand), vergleichbare Karrieren und eigene Erfahrungen.
Und alles stimmt. Mein Geld ist fast alle, meine Karriere könnte eine vergleichbare werden und ich bin zu jung, um das alles zu wissen. Alles richtig. Sie beziehen nur meine Person nicht mit ein. Nein, nein. Natürlich geht es um mich. Aber nur von außen betrachtet. Es geht um den durchschnittlichen Weg, um den erprobten Weg, um einfache Lösungen für das Problem “Leben”, um Verschiebung der eigenen Ziele zugunsten der Bequemlichkeit.
Es geht nicht um mich. Aber ich würde gerne “mich” in diesen Diskussionen sehen. Denn alle reden sie über mein Leben.
Auf die Frage hin “Und? Bist du zufrieden wie es jetzt ist?” antwortete mir die Frau: “Nein, aber momentan geht es halt nicht besser. Ich bin froh für das, was ich habe. Man kann heutzutage froh sein, überhaupt etwas zu haben”.
Und jetzt will ich an der Antwort arbeiten. Die wünschenswerte Antwort soll darin bestehen, dass man diesen Satz nur dann sagen “muss”, wenn man den Durchschnitt gelebt hat und immer und immer und immer wieder auf die anderen gehört hat, die den Durchschnitt gepredigt haben.
“Calling your own shots? Running at your own pace? This can be really, really satisfying.”
Guten Abend Deutschland
P.S.: Ich warte auf Kommentare und weitere Gedanken dazu. Auch von Lesern, die bisher nur mündlich zu Wort kamen.